SoHo zu Weltflüchtlingstag: In vielen Ländern werden Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung verfolgt

Peter TraschkowitschTraschkowitsch: Flüchtlinge haben Anspruch auf Asyl – In 70 Ländern Gesetze gegen Homosexualität, in sieben droht Todesstrafe

Wien (OTS/SK) „In einem richtungsweisenden Erkenntnis hat der Europäische Gerichtshof 2013 festgestellt, dass homosexuelle Flüchtlinge einen Anspruch auf Asyl haben, wenn ihnen in ihrer Heimat Verfolgung wegen ihrer sexuellen Orientierung droht und festgelegt, dass Lesben und Schwule eine soziale Gruppe im Sinn der Genfer Flüchtlingskonvention sind. Am heutigen Weltflüchtlingstag sollten wir nicht nur an die unzähligen Menschen denken, die auf Grund von innerstaatlichen Konflikten flüchten müssen, sondern aufgrund ihrer sexuellen Orientierung in ihrem Heimatland misshandelt, psychisch unterdrückt und offen diskriminiert werden“, so Peter Traschkowitsch, Bundes- und Wiener Landesvorsitzender der Sozialdemokratischen LSBTI Organisation, heute, Freitag, gegenüber dem Pressedienst.

Weltweit gibt es in mehr als 70 Staaten Gesetze gegen homosexuelle Handlungen, in sieben Staaten droht die Todesstrafe. „In vielen Ländern werden Lesben, Schwule und Transgender Personen häufig Opfer von Gewalt, Belästigung, willkürlichen Festnahmen, sowie Folter und Morden aufgrund ihrer sexuellen Identität oder Orientierung. Besonders Russland hat seit 2006 gezeigt, welche Rückschritte ein Land in dieser Hinsicht machen kann. Erschreckend, dass Präsident Putin und ‚Konsorten‘ diese diskriminierenden Gesetzgebungen in den russischen Staaten durchgepeitscht haben“, sagt Traschkowitsch.

Am kommenden Dienstag, 24. Juni, beteiligt sich die SoHo daher an der „To Russia with Love Austria“-Demonstration gegen die antidiskriminierende Gesetzgebung in Russland. „Es geht nicht an, dass unsere Menschenrechte mit Füssen getreten werden. Menschenrechte sind nicht verhandelbar“, stellt Traschkowitsch klar.
„Solidarität ist keine Einbahnstraße! Wir Lesben, Schwule und Transgender Personen geben diese Solidarität zurück an Hilfesuchende. Dank gebührt den Vereinen und Initiativen, die genau diese Solidarität zeigen. Am heutigen Weltflüchtlingstag sollten wir nicht nur an Menschenrechte denken, sondern aktiv werden und uns für sie einsetzen“, fordert Traschkowitsch.

Wie dramatisch sich die Situation für viele Homosexuelle darstellt, berichtet ein Flüchtling: „Ich hatte Angst, dass mein Antrag abgelehnt wird. Ich hatte Angst, dass ich im Flüchtlingsheim wegen meines Schwulseins geschlagen werde und ich hatte niemanden, mit dem ich offen über meine Homosexualität reden konnte. Ich hatte Angst, wieder abgeschoben zu werden und in meiner alten Heimat ermordet zu werden.“ „Dem ist nichts hinzuzufügen“, so Traschkowitsch.